Das Urheberrecht ist das Recht zum Schutz der Urheber von Werken auf dem Gebiet der Literatur, Wissenschaft und Kunst (Urheberrechtsgesetz in der Fassung vom 26.10.2007). Dieses Recht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Das bedeutet, sein Werk ist dann für alle Nutzungsarten freigegeben (Gemeinfreiheit nach Ablauf der Schutzfrist), § 64 UrhG.

Es ist die Grundlage für Bibliotheken und für alle Nutzerinnen und Nutzer von Werken auf dem Gebiet der Literatur, Wissenschaft und Kunst, wenn es um Fragen der Vervielfältigung auf beliebigen Trägern geht.

Eine besonders häufige Form der Vervielfältigung von Bibliotheksmaterialien ist das Kopieren.

Nehmen wir an, Sie suchen Buch ein Buch über Familie und Erziehung. Bei einer Recherche in der Bibliothek finden Sie den Titel:

Screenshot der Detailansicht des Titels

Dieses Buch ist neu. Die Schutzfrist von 70 Jahren ist noch nicht abgelaufen. Es darf nur zum privaten Gebrauch eines Nutzers, das heißt zum eigenen, nicht beruflichen Gebrauch durch eine natürliche Person (der Familien- und Freundeskreis ist eingeschlossen), kopiert werden, wenn die Nutzung weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dient.

Das Werk darf ohne Zustimmung des Rechtsinhabers nicht vollständig kopiert werden.

Computerprogramme oder komplette elektronische Datenbanken (Umkehrschluss aus § 87 c UrhG) dürfen ebenfalls ohne Zustimmung des Rechteinhabers nicht vervielfältigt werden:

Screenshot der Detailansicht des Titels

Vervielfältigungen sind jedoch möglich, und zwar in der Regel immer dann, wenn es sich nur um Teile von Werken oder Datenbanken handelt. Außerdem muss der Zweck der Vervielfältigung der eigene wissenschaftliche Gebrauch sein. Die Vervielfältigung darf nicht zu Erwerbszwecken erfolgen.

Für Bibliotheken besonders wichtig sind die Verpflichtungen, die sie beim Kauf von lizenzierten Werken eingehen. Darunter fallen z. B. elektronische Datenbanken, Elektronische Zeitschriften und eBooks.


Hier gilt:
Werke, die den Bibliotheken auf der Grundlage eines Lizenz-/Nutzungsvertrages überlassen werden, dürfen den Nutzern nur vertragsgemäß zur Verfügung gestellt werden, das heißt die Werke können Beschränkungen für bestimmte Nutzungsarten unterliegen; das gilt auch für lizenzierte Online-Publikationen. So dürfen z. B. für die Fernleihe Kopien von einzelnen Aufsätzen aus lizenzierten Online-Datenbanken nicht hergestellt werden.

Einen Überblick der wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen zur Vervielfältigung und weiteren Verwendung von Dokumenten unterschiedlichster Art finden Sie auf der folgenden Seite.

Zurück

Weiter

Einleitung

I. Suche vorbereiten :: Bedarf >> Recherchestrategie >> Informationsmittel
II. Suche durchführen :: Kataloge >> Datenbanken >> DigiBib >> Internet
III. Informationen beschaffen :: Bestand der UB Siegen >> Elektronische Volltexte >> Fernleihe >> Dokumentlieferung >> Pay-per-view >> Buchhandel
IV. Informationen bewerten :: Relevanz und Vollständigkeit >> Qualitätskriterien
V. Informationen weiterverarbeiten :: Urheberrecht >> Zitieren >> Literatur verwalten >> Abstracts verfassen

Quellen und weitere Informationen